Ob das bei uns gut geht…?

Der auf Park4Night vorgestellte Stellplatz war einfach eine Granate – im Grünen, direkt am Fluss und gleich oberhalb ein herrliches Becken zum erfrischen. Wir haben diesen Platz gewählt, da in der Nähe ein Eco-Trail ist und wussten gar nichts über den Ort. 

Am Abend kam ein Hirt mit seinen Ziegen und Schafen vorbei und hat uns von dem tragischen Unfall, der sich hier vor genau 60 Jahren abgespielt hatte, erzählt:

Am Berg oberhalb des Dorfes wurde in einer Mine Blei-, Zink- und Kupfererz abgebaut. Nach extremen Regenfällen stieg das Wasser im Klärbecken an, bis der Damm brach. Eine Schlammlawine von rund 450.000 m³ wälzte sich durch das Tal und zerstörte große Teile des Dorfes Sgorigrad. Sogar die 7 Kilometer entfernte Großstadt Wraza wurde erreicht. Die Angaben zu den Todesopfern variiert zwischen 100 und 500. Die damalige Regierung versuchte das Unglück zu vertuschen und sammelte sogar die Fotos der Bevölkerung ein. Das Unglück wurde eher provoziert und es hätte nicht passieren müssen. Aber diese Themen spielen sich aufgrund von unterschiedlichen Interessen weltweit immer ab.

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Am nächsten Morgen ging es nach dem Kaffee mit nur Wasser und eine Packung Nüssen Richtung Start vom Eco-Trail. Das

Ziel sollte ein 63 Meter hoher Wasserfall sein, wobei zu dieser Jahreszeit und bei so wenig Regen mit Sicherheit kein Wasserfall zu sehen sein wird. Aber bekanntermaßen ist der Weg das Ziel. Frau Rutzel ging von 1,5 Stunden zum Wasserfall aus, der Rutzel fand einen Rundweg auf Komoot mit gut 4 Stunden. 

Auf einer Tafel konnten wir lesen, dass dieser Eco-Trail der erste seiner Art in Bulgarien war. Er wurde im Jahre 2000 offiziell eingeweiht. Ebenso gab es einen Hinweis, dass dieser Weg für Kinder unter acht Jahren nicht geeignet ist. Wir liefen dann einfach los und schon nach kurzer Zeit durften wir feststellen, dass hier eine Menge Zeit und Arbeit für den Weg investiert wurde, denn es gab für einzelne steile Passagen extra angelegte Stufen, beziehungsweise konnte man es eher Leitern nennen. Ebenso wurde auch an einigen Passagen der „kurze und direkte Weg“ nach unten abgesichert. Dass es für Kinder unter 8 Jahren nicht geeignet ist, konnten wir bestätigen und wir stellten uns

gleichzeitig die Frage, ab wann Kinder hier gut aufgehoben sind. Natürlich gibt es Kinder und Jugendliche, die in den Bergen groß werden oder früh mit auf Wanderungen gehen und somit Trittfest und auch die nötige Konditionen an den Tag legen. Ebenso braucht es auch Eltern, die erfahren sind und die nötige Gelassenheit mitbringen.

Vor lauter Schönheit, einem abwechslungsreichen Weg mit tollen Ausblicken, merkten wir selbst gar nicht, wie es für uns teilweise doch etwas anstrengender war. Der Rutzel ermahnte auch immer wieder Frau Rutzel, dass sie bitte ihr Gewicht Richtung Berg verlagern und schön auf sich aufpassen soll. In einer Passage in der Frau Rutzel (laut dem Rutzel) erneut nicht darauf geachtet hat, kam er aus dem Motzen überhaupt nicht mehr heraus. Er stand sicher, und Frau Rutzel hatte sich eine Auszeit auf einem Stein genommen. Plötzlich begann sie hektisch mit dem Arm zu wedeln und auf etwas hinter ihm zu zeigen, aber sie brachte keinen einzigen, sinnvollen Ton heraus. Als sich der Rutzel dann umdrehte, stellte er fest, dass direkt hinter ihm eine mindestens 1 Meter, eher sogar größere Schlange schnell das Weite suchte. Leider war er nicht schnell genug, um dieses schöne Tier abzulichten. Wir gehen aufgrund der Farbgebung und Kopfform davon aus, dass es sich um eine große, ausgewachsene weibliche Ringelnatter handelte. Frau Rutzel meinte dann, dass es besser gewesen wäre, mich umzuschauen, anstelle sie anzumotzen. Wir waren da,

trotz schöner Schlange, unterschiedlicher Meinung 😁.

Nach exakt 1,5 Stunden erreichten wir den 63 Meter hohen Wasserfall, der aufgrund von Wassermangel leider überhaupt nicht zu sehen war. Wenn es genug Wasser gibt, dann führt der Weg hinter dem Wasservorhang vorbei. Nachdem wir endlich oben angekommen waren, war für uns klar, dass wir auf keinen Fall denselben steilen Weg nach unten laufen wollen und beschließen die große Runde zu machen.

Die Entscheidung, die Runde zu machen, wurde mit weiteren schönen Abschnitten durch einen Rotbuchenwald mit viel Gestein belohnt. Hier verlief ebenso ein Mountainbike Trail über Stock und sehr viel Stein. Wir waren uns einig, nicht für Anfänger geeignet 😁. 

Nach 4,5 Stunden erreichten wir das Örtchen Sgorigrad und belohnten uns dort mit einem kühlen Radler. Für Bier war es zu früh bzw. hatten wir, zu diesem Zeitpunkt, immer noch nicht gefrühstückt. Wir kauften im kleinen Lädchen leckere Küfteta (wie Frikadellen nur viel leckerer 😋), Brot und Oliven und nach einem ordentlichen Bad im Fluss gab es dann endlich um 18:30 Uhr das leicht verspätete deftige Frühstück.

Und die Moral von der Geschicht?  Ungeplant ist der Rutzels Ding 🍀!