Nach einer relativ ruhigen Nacht in Zlatograd, steht die Fahrt über die Grenze nach Griechenland an. Kurz nach dem wir aus der Stadt sind, kommt gleich ein Polizei Kontrollpunkt und natürlich wurden wir herausgewunken, aber die Polizeibeamten waren sehr nett und nach einem kurzen Check, haben sie uns schon eine gute Fahrt gewünscht. Nach ca. 2 Kilometern kommt dann die Grenze, ein kleines Häuschen ohne Menschenseele drin. Aber kurz bevor wir vorbeifahren, sehen wir ein Schild mit der Begrenzung für die Breite der Fahrzeuge auf 1,8 Meter 😳. Unser Rutzel Mobil ist definitiv breiter und wir entscheiden uns umzukehren, denn das ist uns zu heikel. Zurück bei der Kontrollpunkt fragen uns die Polizisten was los ist und als wir ihnen von dem Schild erzählen, witzelten sie schon fast über unsere Genauigkeit und versichern uns aber ernsthaft, dass da regelmäßig viel breitere Fahrzeuge entlang fahren. Na gut, dann wollen wir ihnen mal glauben und hoffen, dass das auch stimmt 😄.

Tatsächlich ist der Weg durch den Pass ziemlich eng, aber es gibt auch genügend Ausweichmöglichkeiten. Wir sind froh, dass wir es doch gewagt haben, denn die Schönheit der Rhodopen, die wir auf der bulgarischen Seite bestaunen durften, wird hier fortgesetzt. Zahlreiche Serpentinen und immer und wieder wunderschöne Ausblicke über die grünen Hügel. Leider ohne Stellen zum Anhalten 😢.

Unten im Tal angekommen fahren wir dann parallel zu der Autobahn, um Mautgebühren zu sparen. Dadurch muss man dann ein wenig um und durch die Stadt Kavala, die an einem Hang liegt, fahren. Bis dahin kein Problem. Hang bedeutet gleichzeitig auch Steigung, und so kommen wir in die Situation, dass es plötzlich extrem steil nach oben geht. Plötzlich denkt sich unser Rutzel Mobil „ich bin eine Rakete und ich muss nach dem Start Ballast abwerfen“. Dann poltert es hinten im Innenraum und wir befürchten, dass der Inhalt sämtlicher Schubladen auf dem Boden liegt. Als wir irgendwann den sicheren Hafen (eine waagrechte Strecke) erreichen, sehen wir das ganze Ausmaß. Der Spiegelschrank im Badezimmer, der zu 99,9 % mit Frau Rutzels Kosmetik gefüllt ist bzw. war, hat sich komplett von „was Frau Rutzel so braucht“ befreit. Alles lag schön verteilt auf dem Boden🙈. Nach dieser Erfahrung und nachdem wir uns zweimal verfahren hatten, haben wir die Schnauze voll und fahren für die letzte Strecke auf die Autobahn. Die 2,65€ waren in diesem Fall sehr gut investiert 😂.

In Ofrynio angekommen warten auf uns die super netten (bulgarischen) Vermieter der Ferienwohnung auf uns und helfen uns auch mit dem Gepäck, denn es ist Sonntag, der Ort platzt aus allen Nähten und wir müssen ziemlich weit weg parken. Tatsächlich hört man auf der Straße fast nur bulgarisch, denn der Ort ist nicht weit von der bulgarischen Grenze und eine beliebte Destination für die Bulgaren.

Am nächsten Abend kommen endlich auch Frau Rutzel’s Nichte und Family. Die Tage verbringen wir am Strand und der kleine Energiebündel Dani – noch keine 3 Jahre alt – hält uns abwechselnd auf Trapp. Bis spät in die Nacht (also nach 22 Uhr, wo wir alten Leute schon unsere Kissen rufen hören 😄) ist er immer noch aktiv und zeigt keine Anzeichen der Müdigkeit. Und trotzdem schafft er es morgens immer mit einem Lächeln aufzuwachen. Müssen ihn mal irgendwann, wenn er richtig sprechen kann, fragen, was sein Geheimnis ist… ☺️.