Die grobe Idee für den nächsten Halt war, in der Nähe von Sobotica, genau gesagt am Palic See, nicht weit der Grenze zu Ungarn, zu fahren. Das freistehen ist in Serbien grundsätzlich verboten und da Serbien auch nicht in der EU ist, wollen wir uns erst einmal langsam herantasten. Wobei wir letztes Jahr, auf dem Rückweg von Bulgarien, bei Blitz und Donner irgendwo in Serbien im Grünen gestanden haben, weil es sehr spät und wir totmüde waren. Aber das hat ja nichts mit Camping zu tun sondern diente der Ruhepause 😊. 

Zur Sicherheit haben wir uns eine e-SIM für Serbien gekauft, damit wir uns zumindest uns auf Google Maps orientieren können.

Wir realisierten erst kurz vor der Ankunft, dass der Campingplatz relativ nah an der Autobahn ist, dafür aber weg vom See und somit keine Alternative für uns ist. Es war ja auch noch früh am Tag, deshalb beschlossen wir weiter östlich Richtung Donau zu fahren. Der Donauverlauf in Serbien ist 558km der 2857km langen Strecke und soll einer der schönsten Abschnitte sein. Und der schönste Abschnitt beginnt östlich von Smederevo, wo wir schon zweimal gewesen sind. Frau Rutzel hat den Campingplatz Horizon über die Park4Night App ausgewählt. Hier war unser Gefühl bei der Anfahrt schon komplett anders. Es war grün, ruhig und die Dörfchen beschaulich und gepflegt und auf den letzten 2km an der Donau entlang war klar, dass es für uns genau die richtige Entscheidung gewesen ist. 

Vor uns hat sich ein riesengroßer Campingplatz mit vielen verschiedenen Stellplätzen aufgetan. Man konnte sich aussuchen, ob man sich direkt an der Donau, im Schatten unter den Bäumen oder auf einem Plateau hinstellt. Wir waren an diesem Tag mit einem anderen Fahrzeug aus Deutschland und einem aus Serbien, die einzigen Gäste auf diesem riesigen Areal. Man konnte vom Stellplatz aus viele verschiedene Vögel, die die Donau bewohnen, bestaunen und beobachten. Der Ort gab uns das Gefühl, auf unserer Reise angekommen zu sein. Die innere Ruhe hat uns beide erreicht und der Anblick auf die Donau ohne Industriegeräusche und ohne Hektik haben uns die Zeit versüßt.

In der Nähe, genau gesagt, in dem Dorf Ram, gibt es eine Festung aus dem 14. Jahrhundert, gebaut ursprünglich von den Türken. Der 7 km lange Wanderweg beziehungsweise offiziell eigentlich EU Radweg E6 und E13 direkt an der Donau, bei bewölkten Wetter, war ideal. Wir durften nach der Recherche feststellen, dass dieser EU Rad- Wanderweg im Norden Frankreichs startet und bis zum Ende der Donau an seiner Mündung in Rumänien endet. An diesem Tag kamen uns nur vier Fahrradfahrer entgegen, keine Fußgänger oder Wanderer, weit und breit.

Das Dörfchen Ram ist grundsätzlich sehr überschaubar. Außer der netten Festung, ein dazu gehöriges Museum mit dem ein oder anderen Herren, die Frau Rutzel sehr unheimlich fand, weil sie so echt aussahen, gab es noch ein paar Häuschen und 2-3 Restaurants. Und wenn man schon in Serbien ist, dann muss man auch ein Pljeskavica essen. Wir waren sehr gespannt, ob dieses Stück Hackfleisch hier auch so gut schmeckt, wie in Smederovo im Restaurant Maslina, wo wir es in den letzten Jahren schon das ein oder andere Mal uns haben schmecken lassen. Die Aussicht von dem Restaurant auf die Donau war sehr schön, aber die Qualität des Essens liess zu wünschen übrig. Egal, zu diesem Zeitpunkt hatten wir ein starkes Verlangen nach Essen, das heißt der Hunger trieb es rein 🙃.

Dafür wurden wir im Anschluss dieses Ausfluges von den Besitzern vom Campingplatz mit einer großen Tüte mit frischen Tomaten, Gurken, scharfen Peperoni, Zwiebeln und Paprika aus dem riesigen Garten überrascht. Am Ende hatten wir zwei große Tüten mit Gemüse und großen leckeren Zwetschgen und aßen noch die kommenden Tage davon.