Wir entscheiden uns von Nazaré bis nach Lissabon über die kleinen Ortschaften zu fahren. Der Weg führt uns durch Weinberge, sehr viel grüne Vegetation und einige Serpentinen – eine wunderschöne Landschaft. Aber Frau Rutzel wird’s zwischendurch etwas mulmig im Magen 🤢.

Wir machen vorher einen Stop in Cascais und sind über die Architektur mit seinen vielen Villen schwer beeindruckt. Hier scheint der Vordertaunus von Lissabon zu sein, also etwas nur für die reichen und schönen. Ebenso treffen wir auf ein ganz besonderes Wohnmobil, ein Lamborghini mit einem Dachzelt 😂. Wer es braucht… 

Im Anschluss halten wir noch am berühmten Torre de Belém und schauen uns hier noch ein wenig um, bevor wir in die Wohnung einchecken. Die Familie Hardtic und wir haben die große Wohnung mit 3 Schlafzimmern und 3 Bädern schon in Deutschland über Airbnb angemietet. Der Ort der Schlüsselverwahrung war schon sehr besonders – eine Box angekettet am Abflussrohr. Für Lissabon aber im Nachgang betrachtet keine Besonderheit. 

Der Aufzug war leider kaputt und umso höher wir über die hölzerne Treppe nach oben stiegen, umso schmutziger wurde diese. Nachdem wir die Tür öffneten, musste man nicht weit schauen um festzustellen, dass die Wohnung nicht geputzt war und die Spülmaschine stand unter Wasser. Die Ausnahme waren die frisch gemachten Betten und neue Handtücher. Aber überall war Schmutz, Haare und und. Wir kontaktierten den Vermieter, eine Agentur, die entschuldigten sich zwar 0815, kündigten eine Reinigung für den nächsten Tag an, sonst aber keine Einsicht, geschweige aktive Bemühung die Gäste zu besänftigen. Somit war der Ärger bei allen war da und der Rutzel lief gleich auf Temperatur. Er dokumentierte alles per Foto und Video und kontaktierte die Airbnb Hotline. Am nächsten Tag wurde gereinigt, 30% von der Miete bekamen wir zurück und der Ärger war somit einigermaßen gut kompensiert. Gerne hätten wir darauf verzichtet.

Die pulsierende Hauptstadt Portugals hat sehr viele Sehenswürdigkeiten, aber die Rutzels sind bekannt als Kulturbanausen und Großstädte sind nicht so ganz unser Ding. Wenn wir beim vorbeigehen etwas sehen, ist das ok, aber wenn nicht, dann haben wir trotzdem nichts verpasst, weil wir sowieso keine „Checkliste“ haben. Das bedeutet aber auch, dass sich in diesen zwei Tagen die Wege der Rutzels und der Hardtics immer und wieder getrennt und danach wieder zusammengefunden hatten. Und so soll es im Urlaub mit Freunden sein, alles entspannt, erstmal jeder für sich und auch die Zeit, egal wie „lang“ diese ist, miteinander genießen. 

In diesen zwei Tagen sind wir so viel durch Lissabon gelaufen, dass wir sowieso an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbeigekommen sind. Irgendwie ziehen uns eher die „Miradouro“ (Aussichtspunkte) an, egal wie hoch sie sind und wie viele Stufen wir hochlaufen müssen. Der Blick über die Stadt ist viel schöner, als durch die, in manchen Vierteln, sehr schmutzigen Straßen zu laufen. Es lag teilweise sehr viel Dreck und Zigarettenstummeln auf der Straße, viele Obdachlose und auch die ein oder andere zwielichtige Gestalt, die dem Rutzel gerne Koks oder Gras verkaufen möchte. Ist halt eine Großstadt mit allen ihren schönen und nicht so schönen Seiten. Trotzdem ist die Stadt einen Besuch wert, alleine wegen den vielen Restaurants und Pastelarias, wo man sehr lecker essen kann. Wir hatten sehr viele Restaurant Empfehlungen von Freunden bekommen, aber selbst „um die Ecke“ gibt es viele nette Locations mit super leckeren, typisch portugiesischen Gerichten. Und die süße Verführungen der Bäckereien findet man sowieso überall.

Natürlich darf ein Flohmarkt bei den Rutzels nicht fehlen und wir haben tatsächlich Glück, denn dienstags findet er immer im Stadtteil Alfama statt. Der Tag startet ziemlich neblig, was wir in der Großstadt gar nicht vermutet hätten und der Nebel hält sich hartnäckig bis zum Mittag. Aber das stört uns nicht und wir schauen uns die viele Flohmarktstände an, während die Hardtics zum Oceanário de Lisboa fahren, denn ab und zu muss das Programm auch für das Kind ausgerichtet sein 😊.

Die Vorschusslorbeeren sind definitiv berechtigt, aber nichtsdestotrotz sind wir am nächsten Tag froh, dass wir wieder aus der Großstadt rauskommen. Nach langem Hin und her in welcher Richtung es weiter gehen soll, entschieden wir uns für das beschauliche Peniche, das auf einer kleinen Halbinsel liegt. Der Atlantik zieht uns wieder magisch an ☺️.