Am dritten Tag müssen wir die Unterkunft an der Basilika verlassen, da die Zimmer für die nächsten Tage reserviert sind. Uns gefällt es hier und wir haben wegen dem Regen kaum etwas von der Stadt gesehen, deshalb entscheiden wir unseren Aufenthalt zu verlängern und finden eine andere Unterkunft. Die Sonne zeigt sich immer mehr hinter den Wolken und unsere gute Laune klettert auch langsam aus dem Keller heraus.

Endlich wieder blauer Himmel und das Städtchen sieht freundlich und fröhlich aus.

Francesco, unser alter Vermieter, lädt uns auf ein Frühstück in dem Café gegenüber ein. Als er uns ein paar Stunden später, Aperol Spritz schlürfend, dort wieder sieht (denn er dachte, dass wir abgereist sind) staunt er regelrecht 😄. Wir treffen ihn auch noch ein drittes Mal in der neuen Stadt und er freut sich wieder uns zu sehen. Schade, dass wir kein italienisch sprechen. Francesco ist ein herzensguter Mensch und ohne seine nervige Rumelstielzchen Aktion hätten wir in Deutschland in den nächsten Wochen/Monaten eine dreistellige Rechnung von den italienischen Behörden im Briefkasten gehabt 🙈.

Heute müssen wir aufgrund von Schlüpfer-Mangel in eine Lavanderia (einen Waschsalon) und bekommen zufällig die Prozession zum Karfreitag mit. Der Aussenring der Altstadt wird komplett gesperrt und die schweren Relikte aus Holz von 6-8 Männern im Wechsel getragen. Die heilige Maria wird allerdings von 6-8 Frauen getragen, ebenso im Wechsel. In der Kirche scheint die Gleichberechtigung groß geschrieben zu sein 😇. Man muss wirklich sagen, dass es der Petrus mit dem Karfreitag-Wetter gut gemeint hat. Wir stellen uns vor, wie es den Trägern und Zuschauern bei dem Dauerregen ergangen wäre.

Noch etwas haben wir uns die ganze Zeit, seitdem wir in Apulien sind, gefragt – was hat es mit diesen bunten Lichtchen in den Holzrahmen auf sich? Nach einer kurzen Recherche wissen wir es. Es sind die so genannten Puglia Luminaria. Früher waren es kleine Öllampen die auf weißen Holzgestängen befestigt waren und heute sind es bunte LED Lichter. Man hat diese Luminaria immer vor großen Festlichkeiten aufgestellt und heutzutage kann man sie immer in und an den Häusern sehen, einfach weil die einheimischen es so schön finden ☺️.

Den dritten und den vierten Tag in Martina Franca nutzen wir für Tagesausflüge zu dem berühmten Trulli Dörfchen Alberobello (Unesco Weltkulturerbe) und Locorotondo. Diese zwei bekommen ihre eigene Kapitel 😉.