Wie so häufig, haben wir am Tag der Abreise, immer wieder dieselbe Fragestellung. Frau Rutzel fragt den Rutzel: Wo fahren wir heute hin? Wie immer zog der Rutzel nur die Achseln nach oben… Frau Rutzel ist zumindest deutlich mehr informiert.

Nichtsdestotrotz fahren wir erst mal Richtung Meer und stellen sehr schnell fest, dass es um diese Jahreszeit in den kleinen Dörfchen sehr ruhig oder besser gesagt „tot“ ist. Frau Rutzel hatte die Stadt Lecce natürlich schon vorher mal auf der Karte markiert, aber keiner von uns wusste genau, was uns dort erwartet. Lecce ist eine wunderschöne barocke Stadt, bekannt auch als Florenz des Südens. Das haben wir aber erst im Nachhinein gelesen 😁.

Schon die erste Unterkunft, die wir uns angeschaut haben, war ein Volltreffer. Das Aedes Gardinio dei Sagni ist ein wunderschönes altes Gebäude mit einem riesengroßen Garten und liegt am Rande der Altstadt. Leider Gottes hat das Wetter nicht so ganz mitgespielt, so dass wir nicht draußen frühstücken konnten, aber auch drinnen war es ganz nett.

Ja, das Wetter war bewölkt, teilweise regnerisch und auch windig. Aber wie immer – es gibt nur schlechte Kleidung und kein schlechtes Wetter. Also, anziehen und raus auf Erkundungstour durch das Labyrinth aus schmalen Gassen. Ein schönes Gebäude neben dem anderen, viele kleine Restaurants, Cafés, Pasticcerias und vor allem 21 Kirchen im inneren alten Stadtkern. Zwei Tage lang sind wir immer und wieder durch Gassen gelaufen, wo wir dachten „ach, hier sind wir schon vorbei gelaufen“ und trotzdem hätten wir es ohne Navi nicht geschafft, zurück zu unserer Unterkunft zu finden 😂.

Wie ist der Zufall so will, gab es am Sonntag einen schönen Flohmarkt mit hauptsächlich antiken Sachen. Selbstverständlich hat Frau Rutzel wieder zugeschlagen und eine schöne gelbe Menage aus den 70er Jahren, eine Daunenjacke und noch ein paar Ohrringe gekauft. Der Rutzel ging leider komplett leer aus.

Abends war die halbe Stadt auf den Beinen und ist durch die Gassen flaniert. Die meisten Restaurants haben drinnen nur 2-3 Tische, das Leben spielt sich hier anscheinend draußen ab. Für uns war es einfach noch zu frisch, um draußen zu sitzen und bis wir was nettes gefunden haben, haben wir unsere 20.000 Schritte für den Tag voll gemacht 😁.